Faktor Zertifikate hebeln Performance!
Die Commerzbank bringt mit Faktor Zertifikaten eine ganz 
neue Art von Hebelprodukten an den Markt. Der Hebel wird hier nicht durch einen verminderten Kapitaleinsatz zum Basiswert erreicht, wie Anleger ihn bei Optionsscheinen und Knock-Out Zertifikaten suchen. Die Faktor Zertifikate bieten eine um vorgegebene Faktoren gesteigerte Performance zum Basiswert. Damit sind sie eher den Sprint- und Outperformance Zertifikaten vergleichbar. Während diese aber eine gesteigerte Performance des Zertifikats im Vergleich zum Basiswert über die gesamte Laufzeit bieten, stellt die neue Struktur eine gehebelte Performance auf Tagesbasis dar. Sie bietet sich daher insbesondere für kurzfristige Trader an.
Die Funktionsweise ist relativ einfach. Bewegt sich der Basiswert an einem Tag um beispielsweise ein Prozent, erzielt das Zertifikat mit dem Faktor "Double Long" eine Performance von zwei Prozent! Natürlich gilt im Umkehrschluss ein Prozentual doppelter Verlust zum Basiswert. Um auf fallende Kurse zu spekulieren, emittiert die Commerzbank entsprechende "Double Short" Faktor Zertifikate. Und wem das nicht reicht, kann auf die jeweiligen "Triple"-Faktoren zurückgreifen. Als Basiswerte hat sich die Commerzbank auf die DAX30 Werte konzentriert. Das bringt die notwendige Liquidität und Transparenz. Trotzdem lohnt sich ein Blick im Detail, um von der Funktionsweise der Faktor Zertifikate nicht negativ überrascht zu werden.
Steigt eine Aktie mit anfänglichem Kurs von 100 Euro um täglich ein Prozent, notiert sie nach fünf Tagen bei 105,10 Euro. Das Zertifikat "Double Long" weist dann einen Wert von 110,41 Euro auf. Diese leichte Abweichung vom "Double" liegt an der täglich vorgenommenen Indizierung und der, darauf basierenden, prozentualen Veränderung zum Vortag. Bei einem wie in dem Beispiel vorgegebenen klaren Trend ist das ganz im Sinne des Anlegers. Problematisch wird es, wenn die Aktie in eine volatile Seitwärtsbewegung gerät. Liegt der Aktienkurs nach täglichen Schwankungen wieder bei 100 Euro, wird das Faktor Zertifikat eine leicht negative Performance aufweisen. Dabei sind die Kosten der Emittentin für Finanzierung, Leihe und Indizierung noch nicht berücksichtigt. Diese können das Ergebnis weiter schmälern.
Wer aber auf einen klaren Trend setzt, für den sind die neuen Faktor Zertifikate interessant. Sie unterliegen nicht dem Einfluß von Volatilitäten, wie beispielsweise Optionsscheine, und sind somit in ihrer Kursentwicklung klar bestimmbar. Es gibt keine Knock-Out Schwellen, die einen möglichen Totalverlust bergen. Der Hebel liegt i.d.R. höher als bei Outperformance-Zertifikaten, und ist nicht mit einer maximalen Performance (Cap) wie bei Sprintern versehen. Faktor Zertifikate sind aber eine Spezialität, die sich an eine eher handelsfreudige Klientel richtet.